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Halluzinationen zerstörten fast die Ehe
Neuer Mensch dank neuer Medikamente
Wenn Medikamente Halluzinationen auslösen - ein Betroffener berichtet
Winfried N. ist nach einer Parkinson-Komplexbehandlung im Cellitinnen-Kankenhaus St. Marien froh, wieder er selbst zu sein. Man merkt ihm die Erleichterung an. „Ich bin wieder ein neuer Mensch, bzw. besser gesagt, wieder der Alte“, erzählt Winfried N. wenige Tage vor seiner Entlassung aus dem Krankenhaus.

Hier hat der 73-Jährige die letzten beiden Wochen verbracht und wurde bezüglich seiner Parkinson-Behandlung einmal komplett auf links gedreht.
„Sie nehmen beim Gehen die Arme nicht mit.“
Vor acht Jahren bekam Winfried N. die schockierende Diagnose eher rein zufällig. Er hatte eine Bekannte zu einer OP-Besprechung begleitet und wurde von der Chirurgin auf seinen auffälligen Gang angesprochen. „Ich hatte Knieschmerzen, deswegen humpelte ich“, erzählt er. Aber der Ärztin war etwas anderes aufgefallen: Der Begleiter ihrer Patientin bewegte beim Gehen die Arme nicht mit. Eins der typischen frühen Anzeichen der Parkinson Erkrankung. Sie riet dringend zu weiteren Untersuchungen, die den Verdacht bestätigten.
Was man nicht ändern kann, muss man offensiv angehen
„Ein Schock“, sagt Winfried N. aber für ihn kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken. „Da ich es ja nicht ändern konnte, musste ich offensiv an die Sache rangehen.“ Das ging auch eine Weile gut. Der Vater einer Tochter war sein ganzes Leben lang sportlich aktiv, er war oft auf dem Tennisplatz, ist gejoggt und hat vor allem Fußball gespielt. Er wollte sich so wenig wie möglich von der Erkrankung einschränken lassen. Dank der verordneten Medikamente kam er zunächst gut zurecht und trifft sich bis heute mit seinen Freunden zum Kegeln.
Nachts von Halluzinationen heimgesucht
Doch die Kegelfreunde haben ihren Kollegen plötzlich kaum noch wiedererkannt. Seine Sprache wurde immer verwaschener, seine Mimik wie eingefroren, ausdruckslos. Die Medikation wurde erhöht und damit begannen erst die wirklichen Probleme. Insgesamt an die 25 verschiedene Tabletten musste er zeitweise einnehmen. Alle zu einem genau definierten Zeitpunkt. Das war alleine gar nicht zu bewerkstelligen und er war froh und dankbar für die Hilfe seiner Frau. Doch statt einer Besserung kam es jetzt zu fürchterlichen Halluzinationen, die ihn vor allem nachts heimsuchten und so real wirkten, dass er nicht mehr Herr seiner selbst war. Worunter vor allem seine Frau zu leiden hatte.
Dank einer Empfehlung kam er in das unter anderem auf die Behandlung von Patienten mit Parkinson-Krankheit spezialisierte Cellitinnen-Krankenhaus St. Marien, wo Medikation und Therapien noch einmal von Grund auf überarbeitet wurden.
„In der Tat ist es so, dass im Laufe der Jahre und beim Fortschreiten der Erkrankung, immer mehr Medikamente für die optimale Behandlung der Parkinson Betroffenen erforderlich sind. In der Folge kommt es zwar zu einer besseren Beweglichkeit aber auch möglicherweise zum einem vermehrten Auftreten von Halluzinationen, wie es bei Herrn N. der Fall war“, erklärt die behandelnde Chefärztin und Parkinsonexpertin Dr. Pantea Pape.
Mit Aktivität und positiver Einstellung der Krankheit trotzen
Winfried N. freut sich darauf, in den nächsten Tagen nach Hause zu können. Aufrecht gehend, Herr seiner Mimik und seiner Gedanken und Taten und mit einer klaren, verständlichen Aussprache. Die zwei Wochen seien wie im Fluge vergangen und jeden Tag sei es ihm besser gegangen. Die Erleichterung ist ihm anzusehen. Jetzt freut er sich, im Rahmen der Ambulanten Neurologischen Rehabilitation im Neurologischen Therapiecentrum, das dem St. Marien Krankenhaus angeschlossen ist, seine Behandlung ambulant fortsetzen zu können.
Denn geheilt ist er nicht, aber die Anzahl seiner Tabletten wurde fast um die Hälfte reduziert und seine Symptome deutlich verbessert. „Er ist nicht mehr vergleichbar mit dem körperlich und psychisch am Boden zerstörten Patienten, der vor zwei Wochen zu uns gekommen ist“, sagt Dr. Pantea Pape. „Wir entlassen einen ganz neuen Menschen.“
Immer am Ball bleiben - Fortsetzung der Behandlung ist unabdingbar
Der 73-Jährige wird auch nach der ambulanten Rehabilitation weiterhin dreimal in der Woche Physiotherapie machen und solange es geht mit den Freunden zum Kegeln gehen. Er ist fest entschlossen, sich weiter aktiv und positiv dem Verlauf seiner Erkrankung entgegenzustellen. Auch seinen Tremor sieht er positiv. „Wer lange zittert, habe weniger Risiko für Versteifung im Nacken oder Hyperaktivität“, habe er gehört. Die Erkrankung kann einen deutlich schlimmer treffen, hat Winfried N. inzwischen erfahren und so wird er weiterhin das Beste daraus machen, jetzt ohne böse Geister.